Der Gang zur Polizei bedeutet für viele Opfer einer Gewalttat große Überwindung. Zu groß sind Schock, Angst oder Überforderung. Dadurch können wichtige Beweise verloren gehen.
Die Gewaltambulanzen helfen genau dann. Vier dieser Anlaufstellen gibt es mittlerweile in Baden-Württemberg: in Freiburg, Heidelberg, Stuttgart und Ulm. Sie stehen allen Menschen offen, die Opfer einer Gewalttat geworden sind.
Personen, die körperliche oder sexuelle Gewalt erlitten haben, erhalten hier eine kostenlose, rechtsmedizinische Untersuchung. Verletzungen werden gerichtsfest dokumentiert, Spuren gesichert. Auch ohne vorherige Anzeige. Denn wer gerade Schreckliches erlebt hat, soll nicht auch noch unter Zeitdruck eine Entscheidung über eine Anzeige treffen müssen. Die Beweise bleiben gesichert, die Entscheidung, ob und wann sie genutzt werden, bleibt bei den Betroffenen.
Im Rahmen seiner Sommertour hat Ministerpräsident Cem Özdemir die Gewaltambulanz Heidelberg besucht. Sie wurde 2012 als erste ihrer Art in Baden-Württemberg eröffnet.
💬 Ministerpräsident Özdemir: „Gewaltopfer befinden sich in großer psychischer und physischer Notlage. In solch schweren Situationen spielen Gewaltambulanzen wie hier in Heidelberg eine zentrale Rolle: Sie bieten Opfern häuslicher Gewalt, sexueller Übergriffe oder anderer Straftaten eine vertrauliche, niedrigschwellige und gerichtsfeste Beweissicherung. Damit sind Gewaltambulanzen wichtige Bausteine unseres landesweiten Opferschutzes. Das Team hier leistet eine hervorragende Arbeit.“
Genau diese Arbeit macht oft den Unterschied und ermöglicht Betroffenen eine spätere Strafverfolgung. Allein 2025 wurden an den Standorten Heidelberg und Stuttgart zusammen fast 1.200 Menschen untersucht – Tendenz weiter steigend. Das Land fördert die Gewaltambulanzen deshalb verlässlich mit jährlich 1 Millionen Euro pro Jahr.
🙏 Danke an die Teams der Gewaltambulanzen für diese wertvolle oft unsichtbare Arbeit im Dienst der Opfer.
📷️ Staatsministerium BW/Maurice Bartl






