🕯️ Landtagspräsidentin Muhterem Aras hat am Sonntag an der Gedenkveranstaltung zum 80. Todestag von Shmuel Dancyger im Württembergischen Kunstverein teilgenommen. Mit der Veranstaltung wurde an das Schicksal des jüdischen Holocaustüberlebenden erinnert, der am 29. März 1946 bei einer antisemitisch motivierten Polizeirazzia im Displaced Persons Camp in der Reinsburgstraße im Stuttgarter Westen erschossen wurde.
In ihrem Grußwort sagte Präsidentin Aras: "Dass wir heute gemeinsam an Shmuel Dancyger erinnern können, liegt an vielen engagierten Menschen, die sein Schicksal mit großem persönlichem Einsatz an die Öffentlichkeit gebracht haben." Dazu zählten u.a. Susanne Dietrich, Julia Schulze Wessel, die Künstlerin Ann-Kathrin Müller, die Autorin Judith Engel sowie Tina Fuchs und Josefine Geib mit ihrem Film über Shmuel Dancyger.
An die Ermordung Shmuel Dancygers und das Leben der polnisch-jüdischen Überlebenden im DP-Camp erinnert auch eine Fotoausstellung von Lernort Geschichte im Haus des Württembergischen Kunstvereins Stuttgart . "Ich wünsche uns, wie allen Besucherinnen und Besuchern in den nächsten Wochen, dass die Bilder der Ausstellung Ihre Augen innehalten lassen, Ihren Kopf herausfordern und Ihr Herz berühren", so die Präsidentin. Auch heute sei Antisemitismus präsent in unserer Gesellschaft, sei es immer gewesen und werde immer stärker. "Es gilt Antisemitismus zu verurteilen, egal woher er kommt", betonte Aras.
An der Gedenkfeier nahmen auch der Archivleiter des Jüdischen Museums Berlin, Aubrey Pomerance, der Enkel von Shmuel Dancyger, Howard Dancyger, der Sohn des Fotografen Bernhard Ginsburg, der die Razzia im März 1946 dokumentierte, und Eva Mekler, eine ehemalige Bewohnerin des Stuttgarter DP-Zentrums, teil. Im Anschluss erhielten die Gäste Einblicke in die Ausstellung.
💡Die Ausstellung ist bis zum 3. Mai 2026 zu sehen. Dank einer Zusammenarbeit mit dem Höchstleistungsrechenzentrum der @Uni_Stuttgart@xn--baw-joa.social können Besuchende zudem eine digitale Zeitreise ins Jahr 1946 machen. Auch ein Begleitprogramm für Schulklassen ist Teil des Projekts. Gefördert wird die Ausstellung auch von der Baden-Württemberg Stiftung, der Bürgerstiftung Stuttgart und dem Deutsch-Amerikanischen Zentrum / James-F.-Byrnes-Institut.
/Team LandtagBW