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2026-09-16 17:45 UTC

„Faschismus ist zutiefst irrational.“ (via Thomas Dancker) Zum Thema AfD und dem Umgang mit ihr hier einer der besten Texte, die ich kenne: Ein Interview mit Philipp Ruch vom "Zentrum für politische Schönheit", übrigens promovierter Philosoph. Ausgangspunkt der Überlegungen ist der bis heute rätselhafte plötzliche Erfolg der NSDAP bei der Reichstagswahl am 14. September 1930. Ruch zeigt zum einen auf, dass die gängigen Erklärungen für diesen Wahlsieg nicht taugen: Weder bei Arbeitslosen noch bei jungen Menschen war die NSDAP besonders erfolgreich, und auch die hohe Wahlbeteiligung versagt als Begründung. Zum anderen weist Ruch nach, dass bis zu dieser Wahl die NSDAP wegen ihrer Brutalität und Vulgarität - Hitler inszenierte sich bewusst als Gangster - allgemein verachtet und nicht ernstgenommen wurde, nach der Wahl sprachen dann plötzlich Konservative von "gemeinsamen Werten", die NSDAP wurde zum scheinbar seriösen Machtfaktor. Das Entscheidende: Faschismus ist attraktiv, ist sexy, und ist ein Wettbewerbsvorteil im politischen Wettbewerb. Warum? Weil er rücksichtslos und brutal ist, weil er den Menschen ermöglicht, ihre dunkle Seite und ihre niedrigsten Triebe auszuleben und sich dabei als Sieger zu fühlen. Faschismus ist zutiefst irrational. Es ist völlig aussichtlos, Faschismus mit "guter Politik" bekämpfen oder "inhaltlich stellen" zu wollen. Es gibt keine rationalen, nachvollziehbaren Gründe dafür, Faschisten zu wählen, die dann die Politik abstellen könnte. Wähler von Faschisten interessieren sich nur scheinbar für Inhalte, die auch bei Bedarf beliebig ausgetauscht werden. Wer versucht, Faschisten zu kopieren, um ihnen Wähler abzujagen, begibt sich in eine verhängnisvolle Spirale der Zerstörung. Wer von der Vertreibung von Millionen Menschen oder der Errichtung von Konzentrationslagern träumt, lässt sich nicht von ein paar Euro mehr Rente oder einer neuen Bushaltestelle besänftigen. Es gibt nur ein Mittel, die Katastrophe abzuwenden, bevor es zu spät ist: Ein AfD-Verbot. Hitler hatte große Angst vor administrativen Maßnahmen. Auch in der AfD soll man intern große Angst vor einem Verbotsverfahren haben. Sollte die Bundesrepublik im Umgang mit dem Faschismus so feige sein, wie es die Weimarer Republik ab 1930 war? t-online.de/nachrichten/deutsc…

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